Posts

Es werden Posts vom Januar, 2017 angezeigt.

Laufrunde am Alexanderfluss

Bild

Das Feigenrudel

Hebräisch ist nicht meine Muttersprache und obwohl mir Bekannte und Familienmitglieder immer wieder Komplimente machen, wie gut ich Hebräisch spreche, werde ich mich in dieser Sprache nie so zu Hause fühlen wie im Deutschen. Das wird mir in verschiedenen Situationen bewusst, zum Beispiel, wenn ich lautstarke Diskussionen mit meinen Kindern führe, die leider kein deutsch sprechen. Meine lieben Kleinen sind unterdessen alle zwischen fünf bis zwanzig Zentimeter grösser als ich und wenn sie mir von oben herab die Leviten verlesen (ja, ich weiss, da läuft etwas verkehrt), bleiben mir auf Hebräisch einfach die Worte weg. Ausgerechnet jetzt, da ich schlagfertige, zielsicher formulierte Argumente bräuchte, die meine Meinung auf den Punkt bringen und den Gegner widerstandslos in die Schranken weisen, lässt mich im Eifer des Gefechts mein Sprachkenntnis im Stich und ich ringe um Worte. Da hilft dann manchmal nur noch ein kräftiger Faustschlag auf den Tisch, der das Geschirr zum scheppern bringt…

Schlomi

Während wir unserem Alltag nachgehen, uns um Nicht- und Wichtigkeiten kümmern, kreist über unseren Köpfen ein Raubvogel, der sich ab und zu nach unten stürzt und aufs Geratewohl einen von uns herauspickt. Hier ein tödlicher Unfall, da ein Lotteriegewinn, hier eine schlimme Krankheit, da eine verhängnisvolle Begegnung.

Heute hat der Raubvogel sich unseren Freund Schlomi herausgepickt. Schlomi war zwei Jahre jünger als ich und ist heute an Knochenkrebs gestorben. Ruhe in Frieden, Schlomi.

Das alte und das neue Jahr

Bild
Am letzten Donnerstag im alten Jahr plagen mich den ganzen Tag fiese Kopfschmerzen. Schon beim Aufstehen sind die Schmerzen einfach da, sie begleiten mich hartnäckig den ganzen Tag und lassen auch gegen Abend nicht nach. Irgendwann gebe ich die Hoffnung auf natürliche Besserung auf und beschliesse, dem Hämmern im Kopf mit einer Schmerztablette ein Ende zu setzen. In der Arznei-Schublade in unserem Schlafzimmer finde ich das Gesuchte. Ich stecke die Tablette erstmal in die Tasche meiner Fleecejacke, um sie dann später in der Küche mit einem Glas Wasser hinunterzuspülen. Vorher hebe ich aber noch hier und da ein paar herumliegende Socken auf, stecke schnell etwas Wäsche in die Maschine, überprüfe das Schloss der Balkontür, drehe staunend eine Runde in unserem neuen Badezimmer, und, und, und....

Einige Stunden später, lesend auf dem Sofa, hämmern die Kopfschmerzen erbarmunglos weiter. Verkruxt nochmal, verflixt und zugenäht, wann fährt das Zeug denn endlich ein?!?! Die Schmerzen werden  …